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Standards und Qualität

Seit 50 Jahren setzt sich Unité, der Schweizerische Verband für Personelle Entwicklungszusammenarbeit, dafür ein, dass sich die Qualität der Facheinsätze im Freiwilligenstatus durch Standardsetzung, Evaluationen, Studien sowie Unterstützung und Weiterbildung für ihre Mitgliedorganisationen stetig verbessert.

Qualitätsmanagement

Unité ist zuständig, die Qualität und Verlässlichkeit der Personellen Entwicklungszusammenarbeit zu garantieren. Der Verband und seine Mitglieder arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer Entwicklungsprogramme. Damit die Einsätze bei der Bevölkerung im Süden wie auch in der Gesellschaft des Norden Wirkung zeigen und zugleich auch nutzbringend für die Fachperson sind, werden die Mitgliedorganisationen durch ein Qualitätssicherungssystem unterstützt.

Dazu überprüft und aktualisiert die Qualitätssicherungskommission fortwährend die Standards der Personellen Entwicklungszusammenarbeit. In ihrem Auftrag führen externe Experten ebenfalls periodische Institutionsanalysen in der Schweiz wie im Süden durch. Sie beinhalten die Untersuchung von Wirkung und Abläufe jener Organisationen, die eine Mitfinanzierung des Bundes für diese Form der Entwicklungszusammenarbeit erhalten. Diese Evaluationen ermöglichen einerseits eine qualitative Beurteilung der Arbeit der Mitgliedorganisation sowie die Ausarbeitung von Empfehlungen, um ihre Institutionsentwicklung zu fördern. Andererseits garantieren die Analysen die Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), den Partnern in Nord und Süd, den Donatoren sowie potentiellen Fachleuten.

Unité besitzt ein Manual mit Standards und Kriterien, dessen Einhaltung, durch externe Expertenanalysen überprüft wird, Relevanz und Qualität des Engagements der Organisationen der Personellen Entwicklungszusammenarbeit garantiert.  

Das Qualitätssystem von Unité ist von der DEZA des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten anerkannt.

Standards

 

Die Fachleute leben in ähnlichen Bedingungen wie die lokale Bevölkerung. Dies ermöglicht einen direkten, kontinuierlichen und fairen Austausch mit den Südpartnern über Knowhow und Werte.

Sie sind verpflichtet, einen Verhaltenskodex einzuhalten. Er verlangt insbesondere:

  • Respekt und Wertschätzung gegenüber der lokalen Bevölkerung und den Institutionen, deren Brauchtum, Glauben und Traditionen
  • Respekt der Gesetzgebung und der Behörden des Gastlandes
  • Beachtung der persönlichen Sicherheit sowie der körperlichen und mentalen Gesundheit
  • Vertretung einer weltoffenen, dem interkulturellen Dialog und der Solidarität verpflichteten Schweiz
  • Anpassung des Lebensstils und der zwischenmenschlichen Beziehungen an die lokale sozio-ökonomische Realität
  • Gebührende Einsatzvorbereitung (soziale, interkulturelle und fachliche Kompetenzen)
  • Loyaler Dialog mit dem Südpartner und der Entsendeorganisation

Die Entsendeorganisationen sind gleichfalls verpflichtet, die Unité-Anforderungen bezüglich Auswahl, Vorbereitung und Unterstützung der Fachleute einzuhalten, insbesondere:

  • transparentes Auswahlverfahren
  • angemessene Berufsausbildung und -praxis, fachliche, soziale und interkulturelle Kompetenzen sowie eine tragfähige Einsatzmotivation
  • Begleitung durch die Programmverantwortlichen im Norden sowie durch die Partnerorganisation und das Koordinationsbüro im Süden
  • Absicherung durch das Schweizer Sozialversicherungssystem
  • Öffentlichkeitsarbeit

Die Entsendeorganisationen sind verpflichtet, vor der Ausreise ihre Fachleute im Langzeiteinsatz zu folgenden Themen eine Ausbildung zu geben:

  • Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit
  • Funktionen und Aufgaben der Fachperson in ihrem konkreten Umfeld
  • Interkulturalität vor allem bezüglich Kommunikation, Konflikte, Religion und Spiritualität
  • Arbeitsmethoden wie z.B. Projektmanagement, Institutionsentwicklung, Prozessbegleitung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Gesundheit und Sicherheit, Umgang mit Stress und Korruption
  • Gendergerechtigkeit

Für die Entsendeorganisationen sind ebenso die folgenden institutionellen Standards verbindlich:

  • Integration der Einsätze in ein globales und kohärentes Organisationsprogramm (Programmlogik)
  • Transparente und demokratische Entscheidstrukturen
  • transparente Rechnungslegung und unabhängige Rechnungsprüfung durch eine anerkannte Stelle
  • Die Personaleinsätze sind primär von den Bedürfnissen der Begünstigten geleitet und kommen der Bevölkerung der Einsatzregion unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht oder politischer Ausrichtung zugute.
  • Professionelle Sensibilisierungsarbeit zu Themen der Nord-Süd-Problematik, der Entwicklungszusammenarbeit, der Menschenrechte und des interkulturellen Austauschs. 

Die Grundwerte von Partnerschaft zwischen Organisationen der Personellen Entwicklungszusammenarbeit und den lokalen Organisationen im Süden sind:

  • Gegenseitigkeit
  • Gleichwertigkeit
  • Offener Dialog
  • Beidseitiges Bemühen um Verständnis zwischen Kulturen
  • Gemeinsame Wirkung