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News

In dieser Rubrik befinden sich News von Unité, ihrer Mitgliedorganisationen, anderer Schweizer oder internationaler Institutionen, die eine Beziehung zur Internationalen Zusammenarbeit, insbesondere zur Personellen Entwicklungszusammenarbeit, haben.

Zur Stimulierung von Initiativen zur Förderung der Personellen Entwicklungszusammenarbeit (PEZA), hat Unité einen Sonderpreis geschaffen. Dotiert mit Fr. 1'000.--, belohnt er einen kurzen Clip von 40 bis 80 Sekunden, der von einem Einsatzleistenden seiner Mitgliedorganisationen im Süden realisiert wird.

Das Video muss von Beiträgen der PEZA an die lokale Bevölkerung im Süden, an die Partnerorganisation im Süden an die Schweizer Bevölkerung und/ oder an den Einsatzleistenden selber handeln. Es muss einen oder mehrere Aspekte der Veränderung ausgelöst durch den Einsatz einer Person aus der Schweiz im Süden veranschaulichen.

Reglement und Einreichungsformular  

 

Interteam sucht einen LEITER/IN PROGRAMM SÜD (80-100%) und connexio einen GESCHÄFTSLEITER/IN. Hierunten finden Sie die zwei Stellenausschreibungen:

 

Leiter/in Programm Süd (80-100%) von INTERTEAM

Ihre Aufgaben:

  • Leitung der Abteilung Süd mit Mitarbeitenden in der Schweiz und in den Landesbüros vor Ort
  • Weiterentwicklung der Strategien und Umsetzung des Programms Süd inkl. Landesprogramme 
    in Afrika und Lateinamerika
  • Gesamtplanung der Einsätze von Fachleuten und des Projektfinanzierungs-Portfolios in Zusammenarbeit mit Bereichsverantwortlichen
  • Kontakte zu Major Donors in enger Absprache mit der Geschäftsleitung und dem Verantwortlichen für Institutionelles Fundraising
  • Mitarbeit beim Verfassen von Gesuchen und entsprechender Berichterstattung in Absprache mit dem/der Verantwortlichen im Institutionellen Fundraising
  • Vernetzung mit anderen Organisationen in thematischen und geografischen Netzwerken der Schweizer und internationalen Hilfswerke und Mitwirkung im Dachverband unité

 

Ihr Profil:

  • Abgeschlossenes Studium und spezifische Weiterbildung erwünscht (z.B. NADEL)
  • Mehrjährige Erfahrung in Entwicklungszusammenarbeit wird vorausgesetzt idealerweise mit vertiefter Kenntnis von Programmarbeit, Projektfinanzierung und Personeller Entwicklungszusammenarbeit
  • Führungserfahrung im internationalen Kontext und Bereitschaft zu regelmässigen Dienstreisen
  • Erfahrung mit Wirkungsmessungsmethoden von Programmen und Projekten (PCM, Evaluationen)
  • Persönliche Einsatzerfahrung im Süden und gute Kenntnisse der Projektarbeit in Afrika und 
    Lateinamerika sind weitere Pluspunkte
  • Gute schriftliche und mündliche Ausdrucksweise in Englisch und nach Möglichkeit auch in Spanisch 
    runden ihr Profil ab

 

Ihre Perspektive:

  • Führungsaufgabe in einem motivierten Team
  • Interessantes und abwechslungsreiches Arbeitsfeld
  • Anspruchsvolle und sinnstiftende Aufgabe in der EZA
  • Gute Sozialleistungen und 5 Wochen Urlaub
  • Weiterbildungsmöglichkeiten

 

Auf www.interteam.ch finden Sie vielfältige Informationen zu unserer Organisation und für spezifische Fragen zur ausgeschriebenen Stelle steht Ihnen Herr Tony Jungo, Leiter Programm Süd, gerne zur Verfügung: Tel. 041 / 367 90 36.


Bitte senden Sie Ihre schriftliche Bewerbung bis zum 3. März 2017 an:

INTERTEAM, Erik Keller, Geschäftsleiter, Unter-Geissenstein 10/12, 6005 Luzern

E-Mail: info@interteam.ch / Tel. 041 360 67 22


 

Geschäftsleiter/in von Connexio

Aufgaben:

  • Mitgestaltung der strategischen Ausrichtung von Connexio auf Vorstandsebene; Sicherstellung der Umsetzung von strategischen Vorgaben und Beschlüssen des Vorstandes; Vorbereitung der Vorstandsgeschäfte in Zusammenarbeit mit den Co-Präsidenten
  • Führung von aktuell fünf Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle sowie Vorgesetztenfunktion für vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausland; Koordination des Engagements von etwa 45 Freiwilligen in Zusammenarbeit mit andern Mitarbeitenden der Geschäftsstelle
  • Pflege der Beziehungen zu Partnerkirchen in Zusammenarbeit mit den Ressortleitenden und den Co-Präsidenten; Vertretung von Connexio in der weltweiten EMK, gegenüber weiteren Methodistenkirchen und in Gremien anderer Organisationen 


Weitere Aufgaben in Zusammenarbeit mit andern Mitgliedern der Geschäftsstelle, je nach Kenntnissen und Erfahrung in den Gebieten Finanz- und Rechnungswesen, Kommunikation, Fundraising und Werbung, Programm- und Projektkoordination in der Entwicklungszusammenarbeit

 

Anforderungen:

  • Hochschulabschluss oder vergleichbare Ausbildung sowie Weiterbildungen in einem oder mehreren Bereichen wie Theologie, Mission, Kommunikation, Fundraising, Entwicklungszusammenarbeit oder Management
  • Kompetenz im Leiten komplexer Organisationen und beim Aufbau von Netzwerken
  • Erfahrung im Projektmanagement
  • Bereitschaft zu regelmässigen Reisen zu Partnerorganisationen und Mitarbeitenden in Übersee
  • Hohe Sozialkompetenz im Führen bzw. Motivieren von angestellten und freiwilligen Mitarbeitenden und bei der Pflege des Spenderkreises von Connexio
  • Stil- und verhandlungssicher in Deutsch, gute Sprachkenntnisse in Französisch und Englisch, ev. Spanisch
  • Christliches Engagement und Vertrautheit mit kirchlichem Umfeld. Aktives Mitglied der EMK oder Bereitschaft, Mitglied dieser Kirche zu werden

 

Unser Angebot: 

Mitarbeit in einem motivierten Team, zeitgemässe Anstellungsbedingungen,  Arbeitsort in Zürich (Nähe Stauffacher)

Stellenantritt: 

1. April 2018 oder nach Vereinbarung

Auskünfte: 

Daniel Hänni, Connexio Co-Präsident, daniel@haenni-hauser.org oder

Bischof Dr. Patrick Streiff, Connexio Co-Präsident, patrick.streiff@umc-europe.org

Bewerbungen:

Bis spätestens 20. April 2017

per E-Mail an Daniel Hänni, daniel@haenni-hauser.org

m Juni 2016 entschied der Nationalrat, dass die Schweiz 0.48% ihres Nationaleinkommens für die internationale Zusammenarbeit einsetzt. Doch schon im Februar will der Bundesrat ein Sparpaket vorstellen, das diesen Entscheid rückgängig macht.

Artikel von Eva Schmassmann, Alliance Sud

Der Kampf um ein angemessenes Budget für die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit geht in die nächste Runde. Der Bundesrat hat für den Februar weitere Sparmassnahmen bei den Bundesfinanzen angekündigt. Die genauen Sparpläne wird er voraussichtlich nach der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III veröffentlichen. Diese könnte ein Milliardenloch in den Bundeshaushalt reissen. Klar ist, dass der Bundesrat einmal mehr massive Kürzungen bei den Entwicklungsausgaben plant. Mit Sparmassnahmen bei der Armee, der Landwirtschaft und teilweise auch in der Bildung ist er letztes Jahr im Parlament weitgehend gescheitert.

Auch die Höhe der Schweizer Entwicklungsausgaben sorgte letztes Jahr für ein zähes Ringen. Ursprünglich hatte der Bundesrat ein wachsendes Budget für diesen wichtigen Aufgabenbereich vorgesehen. Schon Ende 2015 kündigte er unter dem Titel «Stabilisierungsprogramm 2017-2019» jedoch ein Sparpaket an, das der Entwicklungszusammenarbeit rund 25% der gesamten anvisierten Kürzungen aufbürdete. Als er im Februar 2016 seine Botschaft über die internationale Zusammenarbeit (IZA) für die Jahre 2017-2020 vorstellte, waren diese Kürzungen darin bereits verwirklicht.

Im Parlament führte diese Botschaft zu intensiven Diskussionen. Es ging einerseits um den Finanzrahmen für die IZA, andererseits um deren Verknüpfung mit der Schweizer Migrationspolitik. SVP und FDP forderten massiv höhere Budgetkürzungen als der Bundesrat und ausserdem eine Verschiebung von der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zur humanitären Hilfe. Eine solche Verschiebung würde jedoch der bilateralen Zusammenarbeit die Mittel entziehen, um sich vor Ort für bessere Bedingungen einzusetzen und sich präventiv gegen Krisen und Armut zu engagieren. Die CVP forderte die Rückweisung der Botschaft an den Bundesrat mit dem Auftrag, die Entwicklungszusammenarbeit für die Verhinderung von Migration in die Schweiz zu nutzen. Entwicklungszusammenarbeit darf und kann jedoch nicht als Pfand in migrationspolitischen Verhandlungen genutzt werden.

Dank intensivem Lobbying von Alliance Sud und dem breit abgestützten «Weckruf gegen Hunger und Armut» wurden sowohl die Rückweisung als auch zusätzliche Budgetkürzungen äusserst knapp abgelehnt. Auch ein Antrag, Entwicklungszusammenarbeit nur noch in den Ländern zu leisten, die der Schweiz in Migrationsfragen stark entgegen kommen, konnte abgewendet werden.

In der Debatte zum Stabilisierungsprogramm 2017-2019 in der Herbstsession verlangten SVP und eine Mehrheit der FDP trotzdem erneut Einsparungen bei der Entwicklungszusammenarbeit. Ihre Forderungen hätten den Lastenanteil der IZA auf über einen Drittel am gesamten Sparpaket erhöht. Auch diese Anträge wurden aber in beiden Kammern knapp abgelehnt. In der Debatte zum Bundesbudget 2017 im vergangenen Dezember scheiterte die SVP schliesslich ein drittes Mal mit Kürzungsforderungen. Das Parlament bestätigte einmal mehr den Finanzrahmen für die IZA und stellte sich gegen einen unüberlegten und kurzsichtigen Kahlschlag.

Wenn nun der Bundesrat bei der Entwicklungszusammenarbeit trotzdem nochmals den Rotstift ansetzen will, ist es am Parlament, diesen unsinnigen Plan zu durchkreuzen. Dafür wird sich Alliance Sud nach Kräften einsetzen. Es ist auch im Sinne der Schweiz, einen angemessenen Beitrag zu einer friedlichen und sicheren Welt ohne Armut zu leisten.

Der Bundesrat empfiehlt die Konzernverantwortungsinitiative zur Ablehnung. Damit verpasst er die Gelegenheit, die grossen Herausforderungen im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte ernsthaft anzugehen. Die Initiative verlangt, dass Schweizer Konzerne die Menschenrechte und die Umwelt respektieren.

Medienmitteilung, 11. Januar 2017

In dem im Dezember 2016 publizierten Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte unterstreicht der Bundesrat seine Erwartung, dass «in der Schweiz ansässige und/oder tätige Unternehmen […] ihre menschenrechtliche Verantwortung gebührend wahrnehmen». Trotzdem enthielt der NAP keine einzige neue verbindliche Massnahme zur Umsetzung dieses Ziels. Nun lehnt der Bundesrat auch die Konzernverantwortungsinitiative ohne vertiefte Diskussion ab. Offenbar ist er nicht bereit, den Worten auch Taten folgen zu lassen und internationale Entwicklungen nachzuvollziehen oder gar zu antizipieren.

International herrscht von OECD bis UNO Konsens, dass von Unternehmen heute ein proaktiver Umgang mit menschenrechtlichen und ökologischen Risiken erwartet wird und dafür Sorgfaltsprüfungen durchzuführen sind. Die Konzernverantwortungsinitiative schlägt vor, dieses Instrument gesetzlich zu verankern.

Die Nachbarsländer sind der Schweiz bereits heute deutlich voraus: Frankreich steht kurz vor der Verabschiedung eines Gesetzes, das eine Sorgfaltsprüfungspflicht vorsieht. Die italienische Regierung hat im Dezember angekündigt, juristische Abklärungen zur Einführung einer Sorgfaltsprüfungspflicht vorzunehmen. Und Deutschland wird ab 2018 systematisch überprüfen, ob bis 2020 mindestens 50% der grossen deutschen Firmen menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungen etabliert haben und anderenfalls gesetzliche Massnahmen in Betracht ziehen.

Die Scheuklappenpolitik des Bundesrates hat nicht nur für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Konzerne gravierende Folgen. Auch die zahlreichen Unternehmen, die heute schon Wert auf eine faire und sozial nachhaltige Geschäftstätigkeit legen, leiden darunter. Für sie wären allgemeinverbindliche Vorgaben des Bundes nötig, um für alle Unternehmen die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

Die grundlegende Frage nach einem gesetzlichen Rahmen, in dem sich multinationale Konzerne bewegen sollen, stellt sich immer dringender. Die breite Koalition hinter der Konzernverantwortungsinitiative, bestehend aus 80 Organisationen der Zivilgesellschaft, freut sich auf die nun bevorstehende Diskussion im Parlament und die Abstimmungskampagne. Das Interesse an der Thematik im Parlament ist rege: Nach der Publikation des Nationalen Aktionsplanes für Wirtschaft und Menschenrechte, wurden gleich fünf Interpellationen mit Nachfragen zum NAP eingereicht. Auch in der Bevölkerung ist das Problembewusstsein gross, wie eine repräsentative Demoscope-Umfrage vom Juni 2016 zeigt: 90 Prozent der Befragten wollen, dass Schweizer Konzerne verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt auch im Ausland zu respektieren.

Die Konzernverantwortungsinitiative gibt dem Parlament und der Bevölkerung die Chance, die Untätigkeit des Bundesrates zu korrigieren und einen Schritt in Richtung eines zukunftsorientierten, nachhaltigen und gerechteren Wirtschaftsstandortes Schweiz zu machen. 


Für Rückfragen: Seraina Patzen, Koordination Koalition Konzernverantwortungsinitiative, 076 349 07 22

Ein Senior Expert in Unterhalt und Reparatur
von Machinen im Einsatz in Benin.

Photo: SEC

Das Senior Expert Corps (SEC) von Swisscontact unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern und Osteuropa mit Fachwissen und Erfahrung. Genauso wichtig wie die Expertise der pensionierten Fachleute sind die zwischenmenschlichen und interkulturellen Begegnungen.

Dieser Artikel von Gabriela Neuhaus wurde in Praxis erstveröffentlich.

«Für mich ist das eine der innovativsten Formen von Partnerschaft, von dem sowohl der Vermittler des Know-how-Transfers wie der Empfänger profitieren können», schwärmt Khem Lakai. Er ist Gründer und Leiter der Tourismus- und Gastronomiefachschule GATE in Kathmandu (Nepal) und langjähriger Kunde des SEC-Programms von Swisscontact. Was er besonders schätzt: Nicht Hochschulstudium oder Zeugnisse zeichnen diese Fachleute aus, sondern Lebens- und Berufserfahrung. «Die Tatsache, dass diese pensionierten Experten bereit sind, ihr Wissen und ihre Weisheit mit uns zu teilen, beeindruckt und motiviert unsere jungen Leute», sagt Lakai. Menschen wie etwa der Gastronomiefachmann Alfred Gafner seien Vorbilder, die selber mitanpackten und vorlebten, was sie dozieren. Das ist man sich in Nepal nicht gewohnt. Alfred Gafner seinerseits, der seit 2010 rund ein Dutzend Einsätze in Nepal absolviert hat, meint: «Ich frage mich nach jedem Einsatz, wer mehr profitiert habe: Die SchülerInnen und Restaurantbesitzer, die ich beraten habe – oder ich selber. Solch vielseitige Herausforderungen gibt es sonst nirgends.»

Begehrte Betriebsberater

Das Senior Expert Corps von Swisscontact vermittelt seit 1979 Berater aus der Schweiz, die als Freiwillige im Rahmen von zwei- bis maximal zwölfwöchigen Einsätzen kleine und mittlere Betriebe sowie auch Institutionen beraten. Gegenwärtig verfügt es über einen Expertenpool von rund 700 pensionierten Fachleuten. Die Einsatzkosten werden beim ersten Mal vollständig von Swisscontact übernommen, die Unternehmen müssen einzig für Kost und Logis der Experten aufkommen. Finanziert werden die Vermittlungen und Engagements von Swisscontact aus DEZA-Beiträgen und Spendengeldern. Bucht ein Betrieb einen oder mehrere Nachfolgeeinsätze, was oft sinnvoll ist, muss er – im Rahmen seiner Möglichkeiten – seinerseits einen finanziellen Beitrag leisten.

2015 vermittelte Swisscontact 152 SEC-Einsätze, davon 42 in Nepal. Die Nachfrage sei gross, sagt Neeraj Singhal, SEC-Koordinator in Kathmandu. Die meisten seiner rund 500 Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen, die sonst keinen Zugang zu Betriebsberatern hätten, schon gar nicht zu internationalen Experten, die sie sich auch nicht leisten könnten. Die Fachleute aus der Schweiz würden mit ihren kurzen, konzentrierten Beratungsmandaten viel bewegen, ist Singhal überzeugt: «Sie bringen neue Ideen und ermöglichen den Unternehmen, jenseits der ausgetretenen Pfade Neues zu denken und zu erproben.» Nicht immer stimme allerdings die Chemie zwischen den Experten und den einheimischen Unternehmern – ab und an komme es sogar vor, dass ein Einsatz deswegen abgebrochen werde. Er weiss aber auch Geschichten von langjährigen Freundschaften und privatem Engagement von Experten, die über das eigentliche Mandat hinausgehen.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Auch Willy Hugelshofer, seit 2003 als Spezialist für industrielle Milchverarbeitung für das SEC im Einsatz, pflegt den Kontakt mit seinen Kunden auch nach Abschluss der jeweiligen Einsätze. Die Unternehmerin, die er vor Jahren beim Aufbau ihres Molkereibetriebs in Rumänien unterstützt hat, musste in der Zwischenzeit diversifizieren: Weil die einheimische Produktion von Sauermilch seit dem EU-Beitritt gegenüber der billigeren Sauermilch aus Deutschland keine Chance mehr hat, baute sie sich ein zusätzliches Standbein mit einer Reihe von Cafés auf. «Eine geschäftstüchtige Frau, die weiss, wie man mit Geld und mit Leuten umgeht», sagt Hugelshofer voller Respekt. Der ehemalige Mitarbeiter des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Nestlé in Konolfingen bezeichnet die SEC-Einsätze als «guten Kontrast» zu den Erfahrungen, die er während seines Berufslebens gemacht hat: Mehr als berufliches Fachwissen zähle die Offenheit für Improvisation. Oft müsse man Lösungen für grundlegende Probleme finden, was angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und mangelnder finanzieller Mittel für viele Unternehmer schwierig sei.

Die Beiträge der erfahrenen Berufsleute richten sich nach den Bedürfnissen der Unternehmen: Yaourt Tropical, ein kleiner Molkereibetrieb in Benin, der Milchpulver aus Europa in Handarbeit zu Joghurts für den lokalen Markt verarbeitet, konnte mit Unterstützung von Willy Hugelshofer die Qualität seiner Produkte verbessern. In Kathmandu ermöglichen die Schweizer Gastroexperten Restaurantbesitzern und den AbsolventInnen der GATE-Schule Einblicke in die internationale Küche. «Im Tourismus, wie auch für die vielen Nepali, die im Ausland eine Arbeit suchen, sind solche Kenntnisse von grossem Nutzen», betont Khem Lakai. Am allerwichtigsten sei jedoch, fasst er zusammen, der zwischenmenschliche Austausch, die Begegnung von unterschiedlichen Generationen und Kulturen.

In Peru sind 27 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 29 Jahre alt. In Comas, einem Bezirk im Nordosten von Lima, fehlt es in weiten Teilen an den Existenzgrundlagen, so auch in der Bildung und Erziehung. Soziale Probleme wie Gewalt in der Familie, Jugendkriminalität und Schulabbrüche sind allgegenwärtig. Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Entwicklung gibt es kaum.

Hier will das «Centro de Educomunicación San Viator» Gegensteuer geben. Die Partnerorganisation von COMUNDO sucht den Kontakt zu Jugendorganisationen, um ihnen die Grundlagen für eine funktionierende Gesellschaft näher zu bringen.

Dabei möchtet COMUNDO sie unterstützen und suchen für einen dreijährigen Einsatz bei unserer Partnerorganisation «El Centro de Educomunicación San Viator» eine/n Sozialarbeiter/in

Fühlen Sie sich angesprochen, um diese anspruchsvolle Aufgabe in Angriff zu nehmen?
Dann freut sich COMUNDO auf Ihre Bewerbung!

Für weitere Infos bitte hier klicken.

Der Verein Konzernverantwortungsinitiative begrüsst die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Über fünf Jahre nach Annahme der Uno-Leitprinzipien hat die Schweiz nun eine Strategie zu deren Umsetzung. Zwar anerkennt der Plan die Herausforderungen, von 50 aufgeführten Massnahmen sind jedoch nur 6 neu.

Bern, 9.12.2016. Medienmitteilung des Vereins Konzernverantwortungsinitiative.

Mit dem NAP reagiert der Bundesrat auf die 2011 vom Uno-Menschenrechtsrat einstimmig verabschiedeten Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Der Auftrag dazu stammt aus dem Postulat «Eine Ruggie-Strategie für die Schweiz», das Ende 2012 vom Nationalrat überwiesen wurde. Seither hat sich die Publikation des NAP immer wieder verzögert.

Der nun vorliegende Nationale Aktionsplan für die Schweiz anerkennt die Bedeutung der Uno-Leitprinzipien als «regulatorische Grundlage für die verschiedenen Aktivitäten der Unternehmen aus einer Menschenrechtsperspektive.» So folgt er auch vorbildlich der von der zuständigen Uno-Arbeitsgruppe empfohlenen Struktur. Der Bundesrat stellt fest: «In der Schweiz ansässige und/oder tätige Unternehmen sollen ihre menschenrechtliche Verantwortung gebührend wahrnehmen». Zu begrüssen ist zudem, dass der Bundesrat diese Umsetzung als kontinuierlichen Prozess versteht.

Der konkrete Inhalt des NAP fällt jedoch in jeder Hinsicht enttäuschend aus: Gleich zu Beginn wird unterstrichen: «Der NAP schafft keine neuen, rechtlich verbindlichen Massnahmen.» Wer den Plan näher anschaut, erkennt denn auch: Von den fünfzig aufgeführten Politikinstrumenten werden gerade mal dreizehn als «neu» bezeichnet, alle anderen sind Teil bereits bestehender Aktivitäten des Bundes. Darunter sind allerdings sieben Massnahmen, die bereits im CSR-Positionspapier aufgeführt wurden, das schon im April 2015 verabschiedet wurde. Unter dem Strich bleiben also lediglich sechs tatsächlich neue Massnahmen. Sie beschränken sich auf Promotion (z.B. Schaffung einer Auszeichnung für Best Practice) und verbesserte Nutzung existierender Instrumente im EDA (z.B. Ausbildung des Botschaftspersonals).

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben sich in der Erarbeitung des Aktionsplans eingebracht und sich an verschiedenen Konsultationen beteiligt. Doch von den wichtigsten Vorschlägen der Zivilgesellschaft ist kaum einer in den Aktionsplan eingeflossen. Weder enthält er verbindliche Massnahmen und Erwartungen an Unternehmen wie beispielsweise eine Verpflichtung zur Sorgfaltsprüfung für Konzerne, noch wurde – wie zum Beispiel in Deutschland – eine Gap-Analyse zur Identifizierung der bestehenden Lücken in Schweizer Recht und Praxis durchgeführt. Dass der NAP bloss alle 4 Jahre überarbeitet werden soll, ist angesichts der rasanten internationalen Entwicklungen unverständlich.

Doch damit nicht genug: Die heutige Version des NAP fällt hinter die im Juni 2016 zur Konsultation verteilte Fassung zurück. War damals vorgesehen, zumindest für bundesnahe Betriebe eine menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungspflicht einzuführen, ist davon heute nichts mehr zu lesen. Es soll bloss noch eine «Bestandsaufnahme zur Wahrnehmung der CSR bei den Tätigkeiten des Bundes» und bundesnaher Betriebe erstellt werden.

Der Verein Konzernverantwortungsinitiative bedauert, dass der Bundesrat im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte nicht bereit ist, internationale Entwicklungen nachzuvollziehen oder gar zu antizipieren. Die Konsequenzen eines solchen Verhaltens haben sich beim sturen Festhalten am Bankgeheimnis gezeigt. Die Konzernverantwortungsinitiative bietet unserem Land die Chance, seine Reputation zu schützen.

Auf Initiative des «Centre Écologique Albert Schweitzer» verfasste ein Konsulent des Genfer «Graduate Institute of International and Development Studies» einen Leitfaden für den Austausch von Personen aus dem Süden in den Norden sowie zwischen Ländern des Südens. Diese Einsätze bieten die Möglichkeit, die Kompetenzen des Südens mehr in der Schweiz mit einzubeziehen. Ganz im Sinne der Agenda 2030 stellen sie somit ein neues Potenzial für die Entwicklungszusammenarbeit dar.

Der Autor Daniele Fino stützt sich auf vorgängige Erfahrungen von Schweizer Organisationen, um einen Regelrahmen sowie verschiedene Instrumente und Modelle zu entwickeln. Dies soll eine professionellere und systematischere Umsetzung reziproker Einsatzarten ermöglichen. Die Broschüre deckt alle Schritte solcher Engagements ab: von der Planung bis zur Auswertung nach dem Einsatz.

Leitfaden für den Süd-Süd- und den Süd-Nord-Personenaustausch in der Entwicklungszusammenarbeit, CEAS, Unité, Daniele Fino, 2016.

Als Teilnehmer an der letzten Konferenz der internationalen Organisationen für Personelle Entwicklungszusammenarbeit im vergangenen Oktober, hat Unité den Bonn Call to Action unterzeichnet. Dieser ruft dazu auf, die Personelle Entwicklungszusammenarbeit zu einem der Schlüssel für die Erreichung der neuen Ziele der nachhaltigen Entwicklung 2030 zu machen:

Appel à l'Action de Bonn

Representatives of organisations engaged in volunteering at home and across borders met in Bonn on 9th-12th October 2016 for the annual conference of the International Forum for Volunteering in Development, focusing on the theme of Increasing Resilience of Communities through Volunteering. Representing civil society, government agencies, UN bodies, academia and the private sector, Forum members work in partnership for a more just and sustainable world.

Volunteers and volunteer organisations are essential to people-centred development and vibrant, resilient communities. Acting alongside local and national governments, multilateral agencies and the private sector, volunteers of all ages build capacity and active citizenship.

Volunteers are uniquely positioned to reach out to marginalised, vulnerable people and fragile communities, supporting them to build their resilience and ownership of sustainable people-centred development interventions.

We are individually and collectively committed to achieving the Sustainable Development Goals in order to eliminate poverty and inequality by 2030. We recognise that communities must be at the centre of their own development, and that women and young people must be fully engaged.

We commit to continuing to work together, strengthening our diverse contributions, demonstrating accountability, and achieving greater visibility, recognition and resourcing of volunteering.

We also commit to:

  • • Measuring and documenting the individual and collective contribution of volunteerism.
  • • Demonstrating the value of volunteering as a powerful and cross-cutting means of achieving the SDGs.
  • • Building and strengthening volunteer partnerships and practice. 
  • • Contributing to the United Nations’ plan of action for integrating volunteering into peace and development.

The Bonn conference demonstrated the power of volunteerism in strengthening individual and community resilience in order to adapt to change, build back better, and so achieve sustainable development.

We therefore call on local and national governments, the High-level Political Forum of the United Nations and other major stakeholders to make volunteerism key to the achievement of the SDGs.

To strengthen our collective actions, Forum invites organisations in all sectors to endorse this declaration and support this Call to Action.

Alessandra Ceregatti
Photo: E-changer/Comundo

In jeder Ausgabe von Praxis (die Zeitschrift von Unité) übernimmt ein Gast die Schiedsrichterpfeife. Für die dritte Ausgabe zeigt Alessandra Ceregatti* die gelbe Karte. Sie ist Journalistin und Aktivistin der Marche Mondiale des Femmes in Brasilien.

Die Marche Mondiale des Femmes (MMF) ist eine feministische und antikapitalistische Bewegung. Sie verfügt über nationale Koordinationen in über 60 Ländern und Kontaktgruppen in weiteren 90 Ländern. Die Entstehung des MMF geht auf eine globale Kampagne gegen Armut und sexuelle Gewalt im Jahr 2000 zurück. In der Folge festigte sich diese zu einer permanenten Bewegung.  

Heute bewegen wir uns in einem anderen Kontext als vor 16 Jahren. Wir stellen fest, dass sich der Kapitalismus und das Patriarchat in einer Legitimitätskrise befinden. Das System begegnet dieser Krise mit einer Stärkung des Kapitalismus durch Krieg, durch Abbau hart erkämpfter sozialer Rechte, das Hamstern der natürlichen Reserven wie Wasser, Erde, Saatgut, einem zunehmend konservativen Diskurs sowie mehr Gewalt und Kontrolle über die Arbeit, den Körper und die Sexualität der Frauen.

Die internationale Zusammenarbeit fügt sich in dieses weltweite Szenario ein. Wir verstehen die Kooperation als eine Form, den enormen Transfer von Ressourcen der Länder des Südens in den Norden umzukehren. Die Entwicklungszusammenarbeit sollte nicht als Wohltätigkeit oder Armenfürsorge verstanden werden. Aber wir beobachten eine Tendenz zur Technisierung und Entpolitisierung des Kampfes gegen die Armut, was sich auch auf die Wahrnehmung der Rechte der Frauen auswirkt.

Für die MMF ist die Internationale Zusammenarbeit ein Instrument, um konkrete Prozesse zu stärken, die den Ursprung der Ungleichheiten hinterfragen und eine Logik aufbauen, die nicht dem Profit, sondern der Nachhaltigkeit menschlichen Lebens verpflichtet ist.

In diesem Sinne ist die solidarische Zusammenarbeit zwischen MMF und E-CHANGER/COMUNDO exemplarisch: Sie fördert einen direkten Austausch zwischen Personen aus der Schweiz und den Ländern des Südens (im Falle von MMF Brasilien und Burkina Faso) sowie den Dialog mit verschiedenen sozialen Bewegungen, die sich gegen die Logik der neoliberalen Entwicklung stemmen.

Der Austausch von Fachpersonen geht über finanzielle Mittel hinaus. Er ermöglicht, die solidarischen Bindungen enger zu knüpfen und konkrete Erfahrungen zu Alternativen zu sammeln. Für die MMF hat diese solidarische Zusammenarbeit, sei es in Brasilien oder der Schweiz, konkret zu einem Austausch von Praktiken geführt,  wie zum Beispiel der feministischen „Batucada“ (Trommeln). Dies ist eine andere Form, um Frauen zusammenzubringen und sich dabei auch über politische Inhalte auszutauschen, um etwa Slogans für eine Kundgebung zu entwickeln.

Der Austausch von Fachpersonen ermöglicht es zudem aufzuzeigen, wie global die Inhalte unseres Engagements sind. Eine ständige Mobilisierung der Zivilgesellschaft sowohl im Norden wie im Süden wird immer wichtiger, um weltweit auf die Folgen der von den Regierungen und Unternehmen aufgezwungenen Politiken für die Bevölkerung aufmerksam zu machen. Im Kampf für eine gerechte, freie, solidarische und friedliche Welt wird es immer wichtiger, sich kollektiv für diesen Wandel zu engagieren.

 


 

*Alessandra Ceregatti ist Journalistin und Aktivistin der Marche Mondiale des Femmes (MMF). Von 2002 bis 2008 koordinierte sie das Exekutivbüro des Weltsozialforums in Brasilien und war von 2006 bis 2013 Kommunikationsverantwortliche des Internationalen MMF-Sekretariates. Von 2011 bis 2014 war sie als Fachperson für E-CHANGER/COMUNDO im Einsatz.