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Personeller Austausch zwischen Nord und Süd:
Eine Zusammenarbeit mit menschlichem Antlitz
Wer ist Unité?
Unité ist ein Verein, der mehrere schweizerische Privatorganisationen vertritt. Ziel des Vereins ist es, die Verbindungen und die Solidarität zu der Bevölkerung benachteiligter Länder des Südens herzustellen und zu fördern.
Im Ausland arbeiten die Institutionen von Unité mit Partnerorganisationen in den Ländern des Südens zusammen.
In der Schweiz bieten die Unité-Mitgliedsorganisationen Ausbildung für Menschen an, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren möchten. Daneben setzt sich Unité für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Nord-Süd-Fragen ein.
Warum Unité?
Ein Viertel der Menschheit lebt heute unter schlechteren Bedingungen als vor 25 Jahren. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird ständig grösser. Bewaffnete Konflikte, Flüchtlingsströme, die Globalisierung der Wirtschaft sowie die Verflachung der menschlichen Beziehungen erschweren die Situation.
Unité möchte dazu beitragen, dies zu ändern. Dank den Erfahrungen ihrer Mitgliedsorganisationen im Bereich des Personenaustausches mit Partnern des Südens beteiligt sich Unité an verschiedenen Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit, die nach schweizerischen und internationalen Standards anerkannt sind. Diese bilaterale Zusammenarbeit mit dem Süden findet in erster Linie mit der Zivilgesellschaft statt – und zwar auf Anfrage und zugunsten der betreffenden Organisationen und Bevölkerungen vor Ort.
Welche Tätigkeiten?
Gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen betreut Unité das Programm zur Förderung der personellen Entwicklungszusammenarbeit und des Nord-Süd-Austausches. Dieses Programm wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt. Gegenwärtig sind rund 30 Länder in Lateinamerika (55%), Afrika (35%) und Asien/Ozeanien (10%) daran beteiligt, v.a. in den Bereichen Institutionsentwicklung, Soziales, Gesundheit, (Aus-)Bildung und Landwirtschaft.
Was heisst das konkret?
Das Programm sichert die Mitfinanzierung und die Koordination der Tätigkeiten von 21 Schweizer Organisationen und rund 400 im Austausch tätigen Personen aus Nord und Süd. Deren Ziel ist es, möglichst bedürfnisgerecht mit den lokalen Organisationen und Bevölkerungen, die ihre Autonomie stärken und ihre Infrastruktur ausbauen wollen, zusammenzuarbeiten.
Die von Unité unterstützten Tätigkeiten umfassen:
- Koordination von rund 200 freiwilligen Schweizer MitarbeiterInnen und ihre Ein-bindung in lokale Projekte der südlichen Partner
- Punktuelle Einsätze von Fachleuten zur Ausführung von technischen oder die Ausbildung betreffenden Aufträgen auf Anfrage der Partner des Südens
- Förderung des Personenaustauschs von Süd nach Nord und unter Süd-Partnern
- Unterstützung von lokalem Personal im Süden
- Aus- und Weiterbildung sowie die regelmässige Betreuung der MitarbeiterInnen aus dem Norden und dem Süden: Kurse, Ateliers, Stages und Terrain-Besuche
- Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung in Fragen der Entwicklungszusammenarbeit und der Nord-Süd-Beziehungen – in erster Linie durch die freiwilligen MitarbeiterInnen, die von ihrem Einsatz zurückgekehrt sind
- Koordinationsstellen im Süden zur Erhöhung der Wirksamkeit der Einsätze und der Sensibilisierungstätigkeiten
Innovative Aktionen und kultureller Wert
Das Programm von Unité umfasst zudem die Unterstützung von innovativen Aktio-nen bei der Zusammenarbeit zwischen dem Norden und dem Süden:
Es stützt die Stärkung der Autonomie der Bevölkerungen im Süden durch direkten Süd-Süd-Austausch, d.h. es ermöglicht einen Austausch von Wissen und Technik zwischen den Organisationen des Südens in einer bestimmten Region oder in verschiedenen Ländern.
Die Gegenseitigkeit der Zusammenarbeit wird verstärkt durch die Einbindung von kompetenten Fachleuten aus dem Süden bei den Institutionen im Norden. Wir im Norden haben in der Tat einen enormen Bedarf an Visionen und Kenntnissen des Südens. Diese sollten unsere Haltung entsprechend ändern und unser Handeln noch effizienter machen.
Das Programm von Unité versucht ausserdem, jene kulturellen Komponenten zu begünstigen, die ein Teil aller Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit sind. Denn der Austausch von Personen zwischen den beiden Hemisphären bildet eine wichtige Brücke zwischen unterschiedlichen Kulturen. Es werden wichtige Bausteine gelegt zugunsten der Toleranz, der Friedensbildung und der Konfliktprävention.
Wieviel kostet das alles?
Das Gesamtbudget des Nord-Süd-Nord-Austausches beträgt 9,5 Millionen Franken pro Jahr. Es sind relativ bescheidene Mittel angesichts der Zahl der mitfinanzierten Personen, der Anzahl der Institutionen und der lokalen Partner, die Nutzniesser sind. Und auch im Vergleich mit der offiziellen Schweizer Entwicklungszusammenarbeit (bilaterale und multilaterale Hilfe), die rund zwei Milliarden Franken pro Jahr beträgt, fällt das Budget bescheiden aus.
Eine Zusammenarbeit, die für den Norden ebenso nötig ist wie für den Süden
Unité und die Mitgliedsorganisationen wollen mit einem ganzheitlichen Ansatz auf die legitimen Bedürfnisse des Südens antworten. Einerseits werden diese Bedürfnisse von Institutionen und lokalen Bevölkerungen formuliert, die grösstenteils langjährige Partner sind, und andererseits kommen Anfragen neuer Partner aus dem Süden, die auf der Suche nach einer abgestimmten Unterstützung aus dem Norden sind.
Der Zusammenarbeit mit Ländern des Südens kommt eine erstrangige Rolle zu bei der Prävention von Migration und sozialen Unruhen, deren Konsequenzen sich auch auf unser Land auswirken. Schliesslich erfüllen die Schweizer Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit auch hier in der Schweiz eine aktive Aufgabe bei der Information und Bildung der Bevölkerung: Vertiefte Kenntnisse der interkulturellen Beziehungen bringen Vorteile für die Zukunft unserer Gesellschaften im Norden wie im Süden.
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