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Personelle Entwicklungszusammenarbeit
Entwicklung mit menschlichem Antlitz!

Entwicklung durch Begegnung
Personelle Entwicklungszusammenarbeit ist eine Form der internationalen Zusammenarbeit, bei der nicht Geld oder Technologie im Vordergrund stehen, sondern die fruchtbare Begegnung zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen. Gemeinsam arbeiten sie für bessere Lebensbedingungen in den Ländern des Südens.

Personelle Entwicklungszusammenarbeit vermittelt Schweizer Fachleute für freiwillige Einsätze von drei bis fünf Jahren in die Länder des Südens. Diese Basiszusammenarbeit zwischen Menschen aus dem Norden und dem Süden ermöglicht einen intensiven Austausch von Wissen und Fähigkeiten und damit eine nachhaltige und wirksame Entwicklungszusammenarbeit. Die Vermittlung der Fachleute in Entwicklungsprogramme der lokalen Partnerinstitutionen geschieht aufgrund der konkreten Bedürfnisse vor Ort und gleichberechtigt zwischen den Organisationen in Süd und Nord.

Neben Nord-Süd-Projekten unterstützt Personelle Entwicklungszusammenarbeit auch Projekte im Süd-Nord- und im Süd-Süd-Dialog. Damit fördert sie nicht nur Entwicklungsarbeit in den Ländern des Südens, sondern wirkt auch in den Gesellschaften des Nordens. Personelle Entwicklungszusammenarbeit sensibilisiert die öffentliche Meinung und die politischen Organe in Nord und Süd und setzt sich für ein besseres Verständnis zwischen den Kulturen ein.

Personelle Entwicklungszusammenarbeit basiert auf einem partnerschaftlichen Dialog zwischen Kulturen, Institutionen und Menschen. Aus dieser Zusammenarbeit resultieren oft innovative Ansätze und Themen, von denen die gesamte Entwicklungszusammenarbeit und die politische Arbeit mit den Ländern des Südens profitieren.

Die Partnerorganisationen im Süden, die Vermittlungsorganisationen im Norden und die Schweizer Fachpersonen im freiwilligen Einsatz sind Botschafter ganz konkret gelebter internationaler Zusammenarbeit. In den Ländern des Südens sind die Einsatzleistenden zudem hochgeschätzte Vertreter einer solidarischen Schweiz.

Entwicklung durch Austausch
Projekte im Rahmen der personellen Entwicklungszusammenarbeit sind Langzeitprojekte, welche den Südpartnern eine verlässliche und permanente Begleitung garantieren. Die Projekte achten auf effizienten und wirksamen Mitteleinsatz und eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen. Hilfe zur Selbsthilfe (capacity development) wird angeboten und damit Selbsthilfe aktiv angeregt. Personelle Entwicklungszusammenarbeit unterstützt und stärkt die lokalen und involvierten Gruppen und Strukturen vor Ort (institution building). Ebenso fördert sie partizipative Methoden sowie die Mobilisation gegen die Ursachen von Ungerechtigkeit, Gewalt und Armut (empowerment). Der Langzeitcharakter der Projekte in der personellen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Südpartner zudem in Situationen von Gewalt und Repression (advocacy) – und sie sind Beispiele für Gewaltlosigkeit als Alternative zu repressiven Konfliktlösungsstrategien (peace building).

Fachleute im interkulturellen Dialog
Unsere Fachleute im Entwicklungseinsatz arbeiten im Freiwilligenstatus zu einem Bedarfslohn mit einem einfachen, dem Einsatzort entsprechenden Lebensstil. Sie bringen grosses berufliches Know-How sowie hohe soziale, politische und interkulturelle Kompetenzen mit, welche sie im Freiwilligeneinsatz ergänzen und vertiefen.

Nach ihrer Rückkehr tragen sie weiter zur gesellschaftlichen Sensibilisierung für die Nord- Süd-Problematik bei: Sie halten beispielsweise themenspezifische Vorträge an Schulen, engagieren sich in der Medienarbeit oder sind in der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit tätig. Ihre interkulturellen Kompetenzen und ihre Projekterfahrung machen sie im Sozial- und Bildungswesen und in internationalen Unternehmen zu gefragten Arbeitskräften.

Unité
Der schweizerische Verband für personelle Entwicklungszusammenarbeit UNITE ist ein Verein mit dem Ziel, Solidarität und Austausch mit der Bevölkerung benachteiligter Länder des Südens herzustellen und zu fördern. Er vertritt rund 22 schweizerische, technologisch, sozio-politisch, religiös und humanitär ausgerichtete Vermittlungsorganisationen, die auf den Personenaustausch in der internationalen Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd spezialisiert sind und eng mit staatlichen, kirchlichen und anderen Nichtregierungs- bzw. Basisorganisationen vor Ort zusammenarbeiten.

Die Leistungen der Unité umfassen u.a die Pflege und den Ausbau des nationalen und internationalen Netzwerks, die Weiterbildung für Mitgliedorganisationen sowie die Qualitätssicherung und Strategieentwicklung der personellen Entwicklungszusammenarbeit. Unité sowie die Mitgliedorganisationen werden im Rahmen des Programmes zur Förderung der personellen Entwicklungszusammenarbeit und des Nord-Süd-Austausches durch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt. Gegenwärtig wird das Programm in rund 40 Länder in Afrika, Lateinamerika, Asien und Ozeanien umgesetzt. Bestandteile des Programms sind in erster Linie Projekte im Bereich Gesundheit, Sozialwesen, Landwirtschaft, Bildung sowie Organisations- und KMU-Entwicklung.

Unité vermittelt keine Einsätze. Für Einsatzabklärungen wenden Sie sich direkt an eine der Vermittlerorganisationen.

„Die personelle Entwicklungszusammenarbeit leistet ihren Beitrag an den Grundauftrag der Entwicklungszusammenarbeit, nämlich die Bekämpfung der Armut im Süden. Sie leistet aber auch ihren „Entwicklungsbeitrag“ hier bei uns im Norden.“

Botschafter Walter Fust, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA

Entwicklung mit menschlichem Antlitz – hinterlässt Spuren …
© Unité 2004/Konzept und Text: d.o.k-Zerbini, Zürich