• Mehrwert

    Die Personelle Entwicklungszusammenarbeit erzeugt mit angemessenen Mitteln eine direkte Wirkung auf die Entwicklung zugunsten der benachteiligten Bevölkerung im Süden. Diese spezifische Form von Entwicklungszusammenarbeit trägt zugleich zu einer humanitären, engagierten und weltoffenen Schweiz bei.

    http://www.unite-ch.org/de/mehrwert
  • Grundsätze

    Die Personelle Entwicklungszusammenarbeit umfasst Facheinsätze in Entwicklungsprojekten des Südens. Sie versteht sich als eine Form der Internationalen Zusammenarbeit, bei der nicht Geld oder Technologie im Vordergrund stehen, sondern die fruchtbare Begegnung zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen. Gemeinsam arbeiten sie für bessere Lebensbedingungen in den Ländern des Südens.

    http://www.unite-ch.org/de/node/32
  • Verband

    Seit 50 Jahren setzt sich Unité, der Schweizer Verband für Personelle Entwicklungszusammenarbeit, für die Verbesserung der Qualität der Facheinsätze im Freiwilligenstatus durch Standardsetzung, Evaluationen, Studien sowie Unterstützung und Weiterbildung ein. Er besteht aus rund 25 Mitgliedorganisationen.

    http://www.unite-ch.org/de/node/36

Aktuell

Wenn Menschenrechte und Umwelt durch wirtschaftliche Aktivitäten im Ausland gefährdet sind, stehen auch Konzerne mit Sitz in der Schweiz in der Pflicht: Mit dieser Botschaft lancierte heute eine breite Koalition in Bern ihre Konzernverantwortungsinitiative. Sie soll dafür sorgen, dass Schweizer Unternehmen den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt verbindlich in ihre Geschäftspraktiken integrieren.

Katastrophale Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken in Asien oder Osteuropa, missbräuchliche Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion in Westafrika, tödliche Emissionen in Sambia: In solche Missstände sind durch ihre weltweite Tätigkeit auch Schweizer Konzerne verwickelt. Die Schweiz belegt zwar Platz 20 der globalen Wirtschaftsmächte. Gemäss einer Studie der Maastricht University, die weltweit über 1800 Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch Firmen ausgewertet hat, liegt die Schweiz diesbezüglich aber auf dem unrühmlichen 9. Rang. Solche Fälle sorgten in den letzten Jahren für viel Gesprächsstoff, konkrete Massnahmen blieben jedoch aus. Bundesrat und Parlament setzen weiter ausschliesslich auf freiwillige Massnahmen der Konzerne. Mitte März 2015 hat das Parlament eine Kommissionsmotion für mehr Unternehmensverantwortung nur knapp abgelehnt. Das Problem ist also erkannt, für die verbindliche Umsetzung braucht es aber noch mehr zivilgesellschaftlichen Druck.

Deshalb lanciert eine breite Koalition unterschiedlicher Organisationen heute eine Volksinitiative. Die Konzernverantwortungsinitiative will, dass alle Unternehmen mit Sitz in der Schweiz zu einer Sorgfaltsprüfung im Bereich Menschenrechte und Umwelt verpflichtet werden. Dieses Instrument orientiert sich an den 2011 verabschiedeten «UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte». Demnach muss ein Konzern vorab all seine Geschäftsabläufe und -beziehungen durchleuchten, um mögliche Risiken für Mensch und Umwelt zu identifizieren. Anschliessend muss es solch potentiell negative Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit mit wirksamen Gegenmassnahmen bekämpfen. Und als dritten Schritt ist es verpflichtet, transparent über allfällig verletzte Rechte und die dagegen ergriffenen Vorkehrungen zu berichten.

Um zu gewährleisten, dass alle Unternehmen ihre Sorgfaltsprüfungspflicht wahrnehmen, sollen Schweizer Konzerne auch für Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden haften, die von ihnen kontrollierte Firmen begehen. Kann ein Unternehmen aber glaubhaft nachweisen, dass es die Sorgfaltsprüfung umfassend durchgeführt und alle nötigen Massnahmen getroffen hat, ist es von der Haftung befreit. Die Initiative wirkt also präventiv und gibt Unternehmen einen wirksamen Anreiz, das Richtige zu tun.

Cornelio Sommaruga, ehemaliger IKRK-Präsident und Mitglied im Initiativkomitee, sieht die Initiative als wichtigen Schritt für unseren Wirtschaftsstandort: «Die Schweiz hat sowohl als Sitzstaat humanitärer Organisationen wie auch als Heimat vieler transnationaler Konzerne eine hohe Verantwortung. Im Interesse der Reputation unseres Landes müssen wir auch unsere Unternehmen in die Pflicht nehmen.» Auch andere Sitzstaaten global agierender Konzerne setzen auf Regulierung ihrer Unternehmen. In Frankreich hat etwa die Nationalversammlung Ende März einen Gesetzesvorschlag gutgeheissen, der in die gleiche Richtung wie die Konzernverantwortungsinitiative weist. Antoinette Hunziker-Ebneter, Ex-Vorsitzende der Schweizer Börse und heute CEO der Forma Futura Invest AG betont: «Mit dieser Initiative können wir eine neue Basis schaffen, auf der die zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen freiwilligen Initiativen und die staatlich regulierenden Bestrebungen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt ineinandergreifen. Die Unternehmen erhalten so ein verbindliches Werkzeug, ihre Risiken zu minimieren. Dies stärkt ihren Wert genauso wie ihre Wettbewerbskraft.»

Die 66 lancierenden Organisationen, inklusive Unité, sammeln ab sofort Unterschriften für die Konzernverantwortungsinitiative.

Mehr Informationen 

Bern, 08.04.2015 - Die Schweiz nähert sich dem von den eidgenössischen Räten 2011 festgelegten Ziel, ihre öffentliche Entwicklungshilfe (APD) bis 2015 auf 0.5% des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu erhöhen. Mit einem Anteil von 0.49% im Jahr 2014 liegt die Schweiz an achter Stelle der 29 Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). Der DAC veröffentlicht heute Mittwoch seine Rangliste.

Mehr Informationen

nformation EDA 
Bundeshaus West 
CH-3003 Bern
Tel.: +41 58 462 31 53
Fax: +41 58 464 90 47
E-Mail: info@eda.admin.ch

Foto: Theodora Peter

Es macht keinen Sinn mehr, über Süd und Nord zu sprechen. Dies ist eine der Schlussfolgerungen des Workshops organisiert von E-CHANGER / Comundo am Weltsozialforum.

"Fast eine Milliarde Menschen - erklärt Raji Sultan von Unité - leben unterhalb der Armutsgrenze in Ländern mit mittlerem Einkommen. Deshalb muss man in jedem Land von einem Norden und einem Süden sprechen. Dieser Paradigmenwechsel der traditionellen Zusammenarbeit sollte uns zu erkennen geben, dass wir nicht nur auf Länderebene zusammenarbeiten, sondern alle gemeinsam, da einige Fragen offensichtlich uns alle betreffen, wie die globale Erwärmung oder multinationale Konzerne. Deshalb müssen wir die Idee einer Weltbürgerschaft fördern, nämlich ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein aller Bewohner des Planeten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Verbindungen zwischen NGOs zu stärken, die im Norden und im Süden arbeiten. Dies nicht nur auf bilateraler Ebene (zwischen einer NGO und einer anderen), sondern auch thematisch im Sinn von Koalitionen."

Koordinierte Aktionen zwischen dem Süden und Norden

Ein Beispiel für konkrete Massnahmen, die auf transversale Art zwischen NGOs des Südens und Nordens bereits seit geraumer Zeit umgesetzt werden, ist der Weltfrauenmarsch (welcher auch die Schweiz im Mai durchqueren wird). Am Weltsozialforum in Tunis wird der Weltfrauenmarsch durch Claudia Prates vertreten, welche von verschiedenen Weiterbildungsangeboten und Aktionen erzählte, die den Marsch immer begleitet haben.

"Die Zusammenarbeit sollte sich auf konkrete, gemeinsam abgestimmte Massnahmen konzentrieren, im Norden wie im Süden, wie für den Falle der Ausbeutung des Bergbaus oder bei politischen Fragen", hofft ihrerseits Leticia B. Costa der Landlosenbewegung. „In Argentinien, in Venezuela und sogar in Brasilien, gab es eine Zunahme der reaktionären Rechten. Mit dem Beginn der Krise müssen wir uns vorbereiten, um gegen die Kriminalisierung von Arbeitern und von sozialen Bewegungen zu kämpfen."

Wirtschaftlicher Kurs und Einsprache

Genau dazu arbeitet die Stiftung Solifonds, welche soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt unterstützt. Ihr Präsident, Hans Schäppi, erinnerte daran, dass wir in Nord wie in Süd mit den gleichen multinationalen Konzernen konfrontiert sind, die Arbeiter und Natur ausbeuten. Grundsätzlich muss sich der Norden jetzt auseinandersetzten mit der diktatorischen Politik des Internationalen Währungsfonds, mit der Ungewissheit und mit der Armut. So wie dies bisher in Ländern des Südens der Fall war.

 

Giovanni Valerio, Interagire / Comundo (Übersetzung aus dem Italienisch)